OTZ vom 20.03.1998, Lokales Gera und Umgebung:
Schadstoffdeponie Lichtenberg könnte bald umgelagert werden
Oberbergamt Gera hörte auf Erörterungstermin Bürgermeinungen an
Von OTZ-Redakteur Frank Kalla
Ronneburg. Die wismuteigene
Schadstoffdeponie Lichtenberg, auf der 802 000 Kubikmeter feste Abfälle
unterschiedlichster Art sowie 32 000 Kubikmeter flüssige Abfälle
wie Bohrschlamm und Öl-Wassergemische gelagert wurden, könnte
möglicherweise in absehbarer Zeit umverlagert werden. Zusammen mit
Vertretern der Wismut GmbH hörten Mitarbeiter des Thüringer Oberbergamtes
Gera jetzt in Ronneburg im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens Bürgermeinungen
und Träger öffentlicher Belange an. Wobei sich der Standort der
künftigen Deponie als das zentrale Problem herauskristallisierte,
wie Hans Würfel vom Oberbergamt in einem OTZ-Gespräch resümierte.
Nach den Vorstellungen der Wismut soll der neue Deponiestandort, den man
nach modernsten Gesichtspunkten bauen will, zirka 540 Meter von Rußdorf,
1,4 Kilometer von Kauern und 2,8 Kilometer von Ronneburg entfernt liegen.
Geplant ist, daß die Deponie 1999 bis 2001 auf einer Gesamtfläche
von 13,9 Hektar gebaut und dabei die Altabfälle der Urdeponie umgelagert
werden. Darüber hinaus sollen bis zum Jahr 2013 weitere Abfälle
eingelagert werden, das Gesamtvolumen der neuen Deponie wurde mit 1,17
Millionen Kubikmetern angegeben. Die zu erwartenden Abfälle werden
beim Abriß von Wismut-Gebäuden anfallen.
"Die Atmosphäre während
der Anhörung war dabei sehr von Sachlichkeit geprägt", schätzte
Würfel ein. Neben Bedenken einzelner Bürger habe es auch neben
einer Reihe weiterer Einwendungen gegen das Vorhaben eine Sammeleinwendung
mit 240 Unterschriften gegeben. "Was die meisten bewegt, sind die zu erwartenden
Emissionen, wie Lärm, Staub, austretende Gase und dergleichen", faßte
Hans Würfel die Hauptbedenken zusammen. Auch der Naturschutzbund und
der B.U.N.D. hätten sich hinsichtlich der Flora und Fauna zu Wort
gemeldet. Er rechnet damit, daß frühestens im Sommer ´98
mit einer Entscheidung für oder gegen das von der Wismut beantragte
Planfeststellungsverfahren getroffen wird. Und, daran ließ er keine
Zweifel, die Behörde werde jeden einzelnen Einwand genau prüfen
und abwägen.
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